HTML Version: Aus dem Stuttgarter Wochenblatt vom 30.04.2010
Aus dem Stuttgarter Wochenblatt am 30.04.2010
"Für uns ist es eine Herzensangelegenheit"

Kranken Hunden Linderung verschaffen ist Aufgabe der Hunde-Physiotherapeutin
Im Wochenblatt stellen wir in den Stadtteilen besondere Ärzte und Therapeuten vor. In dieser Ausgabe: Was tun, wenn Bello alt wird und Arthrose bekommt? Oder wenn er nach einem Kreuzbandriss zur Reha muss? Die ausgebildeten Hunde-Physiotherapeutinnen Nicole Suzanne Fuchs und Birgit Gehbauer wissen Rat.
WEILIMDORF
Babe ist zwölfeinhalb Jahre alt und spürt das Alter langsam: Die Mischlingshündin schlurft ein bisschen und besitzt schwache Hinterbeine. Ihre frühere Besitzerin hatte gesundheitliche Probleme und konnte ihr nicht genug Bewegung verschaffen. Da sie außerdem vor einem Umzug ins Pflegeheim steht, lebt Babe seit zwei Monaten bei Gudrun Albrecht in Weilimdorf. Seitdem kommt Birgit Gehbauer zur Hunde-Physiotherapie regelmäßig ins Haus. "Am Anfang muss ich natürlich den Hund kennen lernen, und er mich auch", erzählt Gehbauer. Sie beginnt, Babe sanft zu streicheln, um die Muskeln anzuwärmen. "So kann ich fühlen, ob sie verspannt ist oder ob die Berührung irgendwo unangenehm ist." Anschließend beginnt sie mit klassischen Massagebewegungen und mobilisiert Babes Gelenke. Babe liegt währenddessen ganz entspannt auf dem Boden und genießt - als Birgit Gehbauer die Massage unterbricht, schnellt Babes Kopf nach oben, als ob sie sagen wollte: Nein, weitermachen! Babe ist ein klassischer Fall: Aufgrund ihres Alters weist ihr Körper die gleichen Abnutzungserscheinungen auf wie der eines alten Menschen. Birgit Gehbauer und ihre Kollegin Nicole Suzanne Fuchs bieten auch Rehabilitationsmaßnahmen und Atemtherapien an, Nicole Suzanne Fuchs zudem Akupunktur. Gemeinsam geben sie Kurse im Tierheim Botnang, in denen die Besitzer lernen, wie sie ihrem Hund eine Wohlfühlmassage geben können. Sie wissen aber genau, wo ihre Grenzen sind: "Ich kann keinen 13-jährigen Hund auf sieben trimmen", stellt Nicole Suzanne Fuchs klar.
"Ich kann ihm Linderung verschaffen, seinen Zustand verbessern, aber eine Arthrose kann man nicht wegmassieren." Da ist im Umgang mit den Hundebesitzern oft Fingerspitzengefühl gefragt, zum Beispiel bei Hunden mit Übergewicht. "Wir sagen offen, der Hund muss abnehmen, denn wenn der Grund für sein Unwohlsein immer noch da ist, bringt die beste Physiotherapie nichts", stimmen die Therapeutinnen überein. Beide schauen auf das Gesamtbild: Wie bewegt sich der Hund, was macht er gerne, was mag er gar nicht? Gibt es irgendwelche Besonderheiten in seinem Verhalten? Nicole Suzanne Fuchs erläutert: "Man darf nicht unkommunikativ sein, man muss sich ständig mit dem Hundebesitzer austauschen." Dass die beiden mit großer Freude bei der Sache sind, ist offensichtlich. Auch Babe merkt das und lässt sich gelassen von Nicole Fuchs Akupunkturnadeln setzen, schließt sogar entspannt die Augen.
Den beiden Therapeutinnen ist es ein großes Anliegen, dass Hunde-Physiotherapeut ein geschützter Beruf wird. "Nicht jeder hat eine fundierte Ausbildung wie wir und geht regelmäßig zu Fortbildungen", bedauert Nicole Suzanne Fuchs. "Wir können und wollen den Tierarzt nicht ersetzen", fügt Birgit Gehbauer hinzu. "Aber seine Behandlung ergänzen, das können wir. Das ist uns eine Herzensangelegenheit."
Rebecca Anna Fritzsche, im Stuttgarter Wochenblatt
Babe ist zwölfeinhalb Jahre alt und spürt das Alter langsam: Die Mischlingshündin schlurft ein bisschen und besitzt schwache Hinterbeine. Ihre frühere Besitzerin hatte gesundheitliche Probleme und konnte ihr nicht genug Bewegung verschaffen. Da sie außerdem vor einem Umzug ins Pflegeheim steht, lebt Babe seit zwei Monaten bei Gudrun Albrecht in Weilimdorf. Seitdem kommt Birgit Gehbauer zur Hunde-Physiotherapie regelmäßig ins Haus. "Am Anfang muss ich natürlich den Hund kennen lernen, und er mich auch", erzählt Gehbauer. Sie beginnt, Babe sanft zu streicheln, um die Muskeln anzuwärmen. "So kann ich fühlen, ob sie verspannt ist oder ob die Berührung irgendwo unangenehm ist." Anschließend beginnt sie mit klassischen Massagebewegungen und mobilisiert Babes Gelenke. Babe liegt währenddessen ganz entspannt auf dem Boden und genießt - als Birgit Gehbauer die Massage unterbricht, schnellt Babes Kopf nach oben, als ob sie sagen wollte: Nein, weitermachen! Babe ist ein klassischer Fall: Aufgrund ihres Alters weist ihr Körper die gleichen Abnutzungserscheinungen auf wie der eines alten Menschen. Birgit Gehbauer und ihre Kollegin Nicole Suzanne Fuchs bieten auch Rehabilitationsmaßnahmen und Atemtherapien an, Nicole Suzanne Fuchs zudem Akupunktur. Gemeinsam geben sie Kurse im Tierheim Botnang, in denen die Besitzer lernen, wie sie ihrem Hund eine Wohlfühlmassage geben können. Sie wissen aber genau, wo ihre Grenzen sind: "Ich kann keinen 13-jährigen Hund auf sieben trimmen", stellt Nicole Suzanne Fuchs klar.
"Ich kann ihm Linderung verschaffen, seinen Zustand verbessern, aber eine Arthrose kann man nicht wegmassieren." Da ist im Umgang mit den Hundebesitzern oft Fingerspitzengefühl gefragt, zum Beispiel bei Hunden mit Übergewicht. "Wir sagen offen, der Hund muss abnehmen, denn wenn der Grund für sein Unwohlsein immer noch da ist, bringt die beste Physiotherapie nichts", stimmen die Therapeutinnen überein. Beide schauen auf das Gesamtbild: Wie bewegt sich der Hund, was macht er gerne, was mag er gar nicht? Gibt es irgendwelche Besonderheiten in seinem Verhalten? Nicole Suzanne Fuchs erläutert: "Man darf nicht unkommunikativ sein, man muss sich ständig mit dem Hundebesitzer austauschen." Dass die beiden mit großer Freude bei der Sache sind, ist offensichtlich. Auch Babe merkt das und lässt sich gelassen von Nicole Fuchs Akupunkturnadeln setzen, schließt sogar entspannt die Augen.
Den beiden Therapeutinnen ist es ein großes Anliegen, dass Hunde-Physiotherapeut ein geschützter Beruf wird. "Nicht jeder hat eine fundierte Ausbildung wie wir und geht regelmäßig zu Fortbildungen", bedauert Nicole Suzanne Fuchs. "Wir können und wollen den Tierarzt nicht ersetzen", fügt Birgit Gehbauer hinzu. "Aber seine Behandlung ergänzen, das können wir. Das ist uns eine Herzensangelegenheit."
